Arunachala Shiva • Ramana Maharshi Leben und Lehre
Eine kleine Anleitung für Weihnachten
Fish And Scale – Live in Basel – You Can Call Me LOVE
Warum das Leben schön ist! Eckhart Tolle deutsch
Deshalb erzähl ich das Gleiche wie vor 5 Jahren! – Eckhart Tolle
Morgen, morgen,nur nicht heute?
„Morgen, morgen, nur nicht heute?“
von Alexander Poraj
Zen-Meister und Mitglied der spirituellen Leitung am Benediktushof
„Heute ist die gute alte Zeit von morgen.“ (Karl Valentin)Wie üblich die gute Nachricht zuerst: Unter manchen spirituellen Gruppen herrscht Konsens darüber, dass nur Gegenwart ist. Alles ist genauso wie es ist, jetzt und nur jetzt. Es ist genauso, wie es ist immer frisch, unmittelbar und einmalig. Das „Jetzt“, das „Sosein“, genau dieser Moment, dieser Augenblick, dieser Atemzug oder Schritt, dieser Schrei, diese Träne, dieser Schuss, dieser erhobene Finger oder dieser Schluckauf: alles Gegenwart.
Jetzt die schlechte Nachricht: Mit den meisten spirituellen Praktiken wird die Gegenwart abgelehnt. Warum? Weil Spiritualität sich eben nicht als Gegenwart erleben will, sondern zunächst und unbemerkt als eine wesentlich bessere Alternative zum trüben „Jetzt“. Erst als solche Alternative wird sie als kollektiv akzeptierte Vorstellung zum Ziel der spirituellen Praxis oder Übung erhoben. Nur weil sie besser ist als die Gegenwart, mithin diese verdrängt, ist sie es wert, spirituell genannt zu werden und als ein über alle unvollkommenen gegenwärtigen Zustände erhabenes Ziel aufzutreten.
Es beginnt eher unscheinbar, mit dem Wunsch nach mehr Stille, einem bei-sich-bleiben oder dem Wunsch nach Konzentration auf das Wesentliche. Ab da kennt die spirituelle Wunschliste so gut wie keine Grenzen, zahlreiche Jenseitsvorstellungen und dauerhafte Suprazustände miteingeschlossen. All das wäre nicht weiter störend, gäbe es da nicht das Problem der Umstände, die so dominant und hartnäckig all den spirituellen Vorstellungen im Wege stehen und zwar gegenwärtig im Weg stehen.
Mehr noch: Zu allen Zeiten schien es nicht anders gewesen sein, so dass sich die spirituellen Übungen in den allermeisten Fällen für eine Fortsetzung des üblichen Kampfes des „für“ und „gegen“ entschieden haben, ohne es zu merken. Diese Haltung passiert deswegen die meisten spirituellen Kontrollinstanzen, weil das „Dagegensein“ in der Regel nicht direkt formuliert wird. Es ist aber in jeder „Dafür“-Haltung und -Handlung inbegriffen und verfolgt jeden wie sein eigener Schatten, der niemals aus sich selbst, aber immer nur aus dem gut gemeinten Licht entsteht. Und welcher spirituelle Weg will nicht im strahlenden Licht der Ichlosigkeit, der Liebe und der Erleuchtung enden?
Und weil dieser Schritt so selbstverständlich akzeptiert wie auch umgesetzt wird, merkt man zuweilen ein Leben lang gar nicht, wie aus der Unmittelbarkeit und der Möglichkeit Gegenwart zu vollziehen erneut eine auf eine „bessere“ Zukunft ausgerichtete individuelle und/oder kollektive Übung wird. Der Lichtbildausweis mit der Aufschrift „Spiritualität“ lässt sie in der Regel alle Kontrollschranken ungehindert passieren.
Natürlich ist es leicht nachvollziehbar, weswegen das „Jetzt“ abgelehnt werden soll, ja muss, denn es ist schrecklich, unzumutbar und so schrecklich gewöhnlich und kann unter keinen Umständen als „spirituell“ bezeichnet werden. Warum eigentlich nicht? Etwa deswegen nicht, weil es nicht gegenwärtig ist? Nein, das ist leider nicht der Grund. Das aber wäre, zumindest was Zen angeht, das einzige Argument. Nun aber ist es so, dass wir die Gegenwart ablehnen, weil sie einer vorgestellten und somit einer alternativen Zukunft nicht entspricht. Es ist aber nur unsere vorgestellte Zukunft, welche sich in den Kreationen von „anders“ und „besser“ seit Menschengedenken austobt.
Nun, auch das wäre noch zu verkraften, weil alle diese „Kreationen“ ebenfalls Gegenwart sind. Was denn sonst. Schade ist nur, wie viel Zeit wir dafür verwenden, uns gegen die Gegenwart zu sperren in der beständigen Hoffnung auf eine vorgestellte, bessere individuelle oder gemeinschaftliche Situation.
Ganz gleichgültig aber, wie stark wir die Gegenwart ablehnen und uns an eine vorgestellte bessere Zukunft anlehnen – sie ist, jetzt, immer in voller Blüte und Pracht, auch dann, wenn uns der Duft ihrer gegenwärtigen Komposition mal wieder die Nase rümpfen lässt.
Sie ist genauso, wie sie jetzt ist, und das auch dann, wenn wir aus dem Versteck unseres Rosengartens alles andere nur noch als Unkraut definieren, gegen welches – Gott, sei Dank! – ein spirituelles Kraut gewachsen ist. Das müssen wir nur noch geduldig sähen, um endlich das ernten zu können, was wir uns als gut und richtig vorstellen. Bis dahin gilt es natürlich: jäten soviel das Zeug hält, koste es was es wolle.
Was tun also? Nichts.
Nichts tun ist hier kein Gegensatz zum Aktiv-Sein, sondern ein Dasein in dem und mit dem, was ist. Es fordert Präsenz. Diese wiederum ist so etwas wie die persönlich gefärbte Resonanz auf die erlebte und damit zugelassene Gegenwart. Vielleicht müssen wir die Gegenwart nicht wie ein trotziges Kind hinter uns in einen noch besseren Kindergarten zerren, sondern uns direkt und unmittelbar mit ihr beschäftigen? Ihr manchmal die verrotzte Nase putzen, manchmal im Dreck wühlen lassen, manchmal in Arm nehmen und mitheulen, häufiger mitspielen. – Denn einiges spricht dafür, dass wir nur so am Leben teilnehmen, indem wir es leben.
Eckhart Tolle – Post
Vertrauen bedeutet, dass du nichts falsch machen kannst!
Hier sind wir ständig auf der Suche nach unserem Platz auf dieser Welt und handeln diesen immer wieder neu für uns aus. Manchmal im Vertrauen und im Einklang mit unserem tieferen Sein und manchmal im Widerstand gepaart mit einem Gefühl der Orientierungslosigkeit. Unsere Umwelt wird komplexer und mit jedem Tag entstehen neue Erfahrungsmöglichkeiten und damit verbunden, neue Wege sich in Bezug zu setzen. In einer Welt aus richtig und falsch kann diese Entscheidungsfülle Gefühle der Unsicherheit, Angst und Lähmung auslösen.
Wir versinken in Geschichten über potenzielles Scheitern und fürchten uns davor, das Falsche zu tun. Wir erleben Widerstand in Bezug auf unsere Lebenssituation und handeln nicht im Fluss, nicht im Einklang der natürlichen Bewegungen unseres Lebens. Doch Fakt ist, wir müssen nichts über dieses Leben wissen, um es zu genießen! Und wir müssen auch nicht wissen, wer wir sind, was das richtige für uns ist oder wo wir in 3 Jahren wie sein müssen. Wir können es gar nicht wissen und vielleicht wollen wir es auch gar nicht wissen, weil wir so Spaß daran haben, es herauszufinden.
Am Ende können uns lediglich bewusst machen, dass wir jetzt gerade hier sind und auf dieser Grundlage unsere Entscheidungen treffen. Wenn wir fähig sind, Glück, Vertrauen und Lebensgefühl aus uns und der Gegenwart zu schöpfen, unabhängig unserer Lebenssituation, entsteht ein Freiheitsgefühl, aus der die klare Entscheidung Moment für Moment wie von selbst wachsen darf. Vertrauen ist, wenn wir nichts falsch machen können!
„Die Welle ist das Meer“ – Zen und die christliche Mystik ( BR 2 )
Zen, der Weg der radikalen Akzeptanz des Lebens – Doris Zölls
Angst überwinden (Meditation) – Eckhart Tolle Deutsch
Was Du nicht vermutest: Im Herzen bist Du frei || Gehe in Verbindung mit Dir selbst durch Meditation
The Art of Life
Becoming Nobody – Die Freiheit niemand sein zu müssen
Awakening to Unseen Reality; John de Ruiter on the Essence of His Teaching
Eckhart Tolle – Jetzt Post
Gefühle zulassen
Unser Körper befindet sich immer in der Gegenwart. Wir haben jedoch verlernt, ihn als dauerhaften Zugang anzuerkennen und zu nutzen. Zu häufig sträuben wir uns gegen die Empfindungen, die unser Körper verursacht und verbleiben so in Zuständen des Widerstands.
Wir fürchten Schmerz: Sei er körperlich oder emotional und versuchen ihn loszulassen ehe er überhaupt eingetreten ist. Trotz aller Bemühungen Gefühle, Ereignisse, Bedürfnisse oder Gedanken loszulassen, kann es sehr befreiend sein, den Spieß umzudrehen und einfach mal zuzulassen, was sich denn da in uns bewegt. Das Ganze natürlich unter aufmerksamem Blick unseres inneren Beobachters.
Unsere Atmung steht uns hierbei als direkter Zugang zur Verfügung, um mit unserem „inneren Körper“ in Kontakt zu treten. In Bezug auf unsere menschliche Existenz ist sie die erste Fähigkeit, die wir geschenkt bekommen, und die Letzte, die wir wieder abgeben. Sie begleitet uns somit das ganze Leben und ist Ausdruck für die Lebendigkeit und den Fluss, der dem Leben innewohnt. Unabhängig davon wie viel Angst wir gerade empfinden oder wie stark wir mit unseren Gedanken identifiziert sind, trennt uns nur ein bewusster Atemzug von einem Moment der Einheit, Präsenz und des Friedens.
Heil Sein
Heil Sein“
von Harald Homberger 
Kontemplationslehrer der Linie „Wolke des Nichtwissens“ (Willigis Jäger), Spiritueller Leiter der Tradition „Samyama Integrale Yogameditation“, Psychotherapeut
„Die rätselhafte Wurzel der Heilung ist Verbundenheit“
(Sharon Salzberg)
Werden wir krank, wollen wir die Krankheit in der Regel nicht haben und möchten sofort gesund werden. Alles soll so sein wie vorher. Oft fühlen wir uns durch die Erkrankung gekränkt oder beleidigt. Wir fühlen uns dann als Opfer, denken „Ich, Arme“ oder wir verurteilen uns: “Immer passiert das mir“.
Indem wir gegen die Erkrankung kämpfen, vergeuden wir Lebensenergie, weil wir nicht anerkennen können, dass wir sie gerade haben.
Viele Menschen entwickeln auch eine Anspruchshaltung verbunden mit Schuldzuweisungen. Das geht soweit, dass sie völlig die Verantwortung für die eigene Gesundheit abgeben. Der Arzt oder andere Heiler sollen ihnen sagen, was für sie gut ist und was nicht.
Was bewegt uns noch?
Wir entwickeln zu unserem Krankheitszustand Ängste und Befürchtungen bis hin zu einer Depression, weil wir durch unsere Krankheit in eine äußere Nichthandlungsfähigkeit hineingezwungen werden. Wir leiden!
Was wäre, wenn wir uns erlauben könnten, dass wir leiden, ohne uns zu bemitleiden und nicht dem sofortigen Wunsch nach Veränderung folgen? Wenn wir nicht dem Wunsch der sofortigen Verdrängung des augenblicklichen Zustandes des Leides folgen würden? Was wäre dann?
Aus einer ganzheitlichen Sicht heraus können wir uns fragen, was das Nährende an unserem Schmerz, unserer Krankheit ist. Was will die Erkrankung von mir? Was sollte ich möglicherweise anderes tun? Auf wen oder was möchte mich das Leid hinweisen? Kommen mir eigene Handlungsweisen, Personen, Ereignisse in dem Sinn, wenn ich zur Untätigkeit gezwungen in meinem Bett liege? Habe ich etwas unterlassen? Sollte ich etwas verändern, beispielsweise in der Partnerschaft, im Beruf, im Umgang mit mir selbst oder meinen Lebensentwurf?
Manchmal entdecken wir beim Spüren einer Erkrankung etwas, das als sekundärer Krankheitsgewinn bezeichnet wird. Also, wenn wir uns die Frage stellen: Welchen Vorteil habe ich davon, dass ich diese Krankheit habe? Was muss ich dadurch vielleicht nicht mehr tun?
Es gibt unendlich viele Teile in uns, die gesehen werden wollen und Anerkennung brauchen. Zum Beispiel dieser eine Teil in uns, der krank, ängstlich und depressiv ist. Ebenso wie der andere Teil, der wieder gesund sein möchte.
Ein Lösungsansatz ist, beide Bewegungen in uns wahrzunehmen und anzuerkennen, sie beide miteinander ins Gespräch kommen lassen und ihnen eine Stimme geben. Was will der eine Teil, was wir tun oder lassen sollen, und was der andere? Beiden Stimmen in uns sollte gleichberechtigt Raum gegeben werden. Das Fremde in uns annehmen, nicht bewerten, nicht verurteilen, anerkennen, was in uns ist. Auch wenn es Veränderung in unserem Leben bedeutet, die vielleicht – da sie uns unbekannt ist – Angst macht.
Gelingt uns das Annehmen, erleben wir Erkrankung oder anderes Leid als Wende oder Chance in unserem Leben. Sie bringt uns zu dem, was jetzt wesentlich gelebt werden muss im Sinne einer ganzheitlichen Erfahrung.
Dann empfinden wir gegenüber der Erkrankung – und was sie in unserem Leben bewirkt – Dankbarkeit und manches Mal auch Demut, da wir sie als „geschickt“ erleben, um eine Veränderung in Gang zu setzen. Dann fühlen wir uns eingebunden in einen größeren Zusammenhang. Wir erleben uns – einfach ausgedrückt – ganz, vollständig, heil.
Was hilft uns dabei?
Achtsamkeit, eine von klarem Bewusstsein getragene Aufmerksamkeit, gilt heute als der wichtigste Leitfaden durch die Parameter von Heilsein. Dabei geht es darum, in jedem Moment so gegenwärtig und bewusst wie möglich zu sein. Es ist eine Übungspraxis des Gewahrwerdens und Gewahrbleibens für all das, was im gegenwärtigen Moment geschieht – im Körper, im Atem und im Geist. Es ist ein sich Öffnen, unsere Ich–Wahrnehmung übersteigend, in dem was noch wahrnehmbar ist. Das kann geschehen, wenn wir nicht mit den Bewegungen unseres Geistes identifiziert sind.
Heilung und Heilsein sind nicht gebunden an dem vollständigen Verschwinden einer Erkrankung. Wir können auch mit einer uns verändernden Krankheit Lebensziele weiterverfolgen, im Leiden eine Sinnhaftigkeit erkennen, die uns zu einer anderen Dimension unseres Daseins führt. Heilung gelingt dann, wenn wir uns mit dem verbinden, was über uns hinausweist und gleichzeitig anerkennen, was ist. Jetzt und Jetzt, Jetzt und auch im Leid.
Somit sind Heilung und Heilsein immer ein heiliger Moment. Heilsein ist ein Verneigen vor der Endlichkeit unseres Lebens, ein Erwachen in das Leben als Ganzes.
Dieser eine Atemzug, dieser eine Augenblick, wenn Du schaust und gleichzeitig angeschaut wirst: Dein Herz berührt das Sein und das Sein Deines.
Wenn das geschieht – welche Tiefe offenbart sich!